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Barrierefreies Bad mit bodengleicher Dusche

Bodengleiche Duschen sind nicht nur die Basis für ein barrierefreies Bad, sondern auch ein echter Blickfang in modern gestalteten Badezimmern.

Planung & Elemente des barrierefreien Badezimmers

Nullbarriere, barrierefrei oder barrierearm?

Barrierefreies Bauen - auch Nullbarriere genannt - bezieht sich in den meisten Fällen auf Neubauten, da hier von Anfang an die geforderten Maße und baulichen Voraussetzungen im Bad eingeplant und realisiert werden können.

In bereits bestehenden Wohnungen, Häusern und Altbauten gestaltet sich eine vollständig barrierefreie Realisierung aufgrund des Platzmangels meist schwierig, teilweise auch als nicht möglich. Deshalb wurde hierfür der Begriff „barrierearm“ eingeführt.

Die Bestrebung des barrierearmen Bauens ist es, in bereits vorhandenen Wohnbeständen Barrieren weitestgehend zu beseitigen oder zu reduzieren. Obwohl die Normen und Richtlinien für barrierefreies Bauen nicht vollständig eingehalten werden, erleichtert eine barrierearme Wohnsituation dennoch den Alltag erheblich.

Achtung: Barrierearme Baumaßnahmen werden otfmals nicht gefördert. Informieren Sie sich vor dem Umbau bei der entsprechenden Fördermittelstelle. Lesen die hierzu auch den Abschnitt Fördermittel.

Elemente im barrierefreien Bad

Barrierefreie Dusche

Eine barrierefreie Dusche ist zugleich auch eine bodengleiche Dusche. Realisierungsmöglichkeiten sind die schwellenlose Acrylwanne oder die geflieste Dusche.

Um den Kriterien der Barrierefreiheit zu entsprechen, sollte die Dusche ein Mindestmaß von 120 cm x 120 cm bzw. 150 cm x 150 cm aufweisen. Lesen Sie hierzu auch den Abschnitt Richtlinien und Normen.

Weiterhin wichtig ist, dass bei fest verbauten Duschabtrennungen die Türen nach außen hin öffnen.

Waschtisch

Der Waschtisch sollte so ausgelegt sein, dass er auch als Stütze dienen kann. Das bedeutet, er muss belastbar und die Kanten abgerundet sein. Ideal ist eine höhenverstellbare Lösung.

WC

Das WC im barrierefreien Bad sollte besonders stabil sein. Für eine ausreichende Belastbarkeit sorgen entsprechende Unterkonstruktionen. Eine erhöhte Sitzfläche erleichtert zudem die Benutzung.

Griffe zum Abstützen und ggf. zum Übersetzen vom Rollstuhl sind zudem ratsam. Hierbei muss auch darauf geachtet werden, ob die Wand eine solche Konstruktion tragen kann.

Varianten der barrierefreien Dusche

Der Einbau einer barrierefreien Dusche erfolgt immer bodengleich.

befliesbare Dusche

Eine Möglichkeit ist der Einbau eines befliesbaren Duschelements. Bei Duschelementen (auch Duscchboard oder ebene Duschtasse genannt) ist der gesamte Aufbau mit Abdichtung, Schallschutzdämmung und Gefälle für den Ablauf schon enthalten. Nach dem Einbau kann das Duschelement einfach mit den gewünschten Fliesen belegt werden.

ebenerdige Duschwanne

Aber auch spezielle ebenerdige Duschwannen aus Acryl und mit geringer Einbauhöhe eignen sich zur barrierefreien Nutzung.

Wichtig ist in beiden Fällen, dass der Bodenbelag mit einer rutschfesten Schicht versehen ist.

Schritte für den Einbau einer barrierefreien Dusche

  • Eventuell alte Duschwanne entfernen und Untergrund auf die erforderliche Höhe abtragen
  • Schallentkoppelung anbringen
  • Abflussrohr mit Geruchsverschluss einbauen (teils im Duschelement integriert)
  • Duschelement einpassen
  • Duschwände abdichten
  • Duschelement zu den umliegenden Wand- und Bodenflächen abdichten
  • Wände und Fußboden fliesen und verfugen

Anforderungen, Richtlinien & Normen (DIN)

Barrierefreies Bauen

Die DIN-Norm 18040-2 legt Mindestmaße und Abstände für Bewegungsflächen fest. Hierdurch soll die selbständige Bewegung, die weitestgehend ohne fremde Hilfe auskommt, ermöglicht werden.

Für das gesamte Badezimmer gilt eine Mindestgröße von 180 cm x 220 cm, um eine Förderung durch das KfW zu erhalten.

Die Abmessung der barrierefreien Dusche müssen mindestens 120 cm x 120 cm sein. Für die Nutzung durch Rollstuhlfahrer muss die Fläche mindestens 150 cm x 150 cm betragen.

  • barrierefreies Bad: ≥ 180 cm x 220 cm
  • barrierefreie Dusche: ≥ 120 cm x 120 cm (z.B. Nutzung mit Bewegungseinschränkung, Duschstuhl / Rollator)
  • barrierefreie Dusche: ≥ 150 cm x 150 cm (Nutzung mit Rollstuhl)

Gebäudeentwässerung

Die DIN 1986-100 fordert für das Sperrwasser (Geruchsverschluss des Abflusses) eine Mindesthöhe von 50 mm. So werden unangenehme Gerüche durch Austrocknung oder Gasbildung vermieden.

Bauwerksabdichtungen

Die DIN 18195 stellt die Abdichtung von Bauwerken gegen Feuchtigkeit sicher. Für die besonderen Anforderungen einer bodengleichen Dusche wurde sie durch ein Merkblatt des ZDB (Zentralverband Deutsches Baugewerbe) ergänzt. Darin wird besonders auf die amtliche Zulassung der Verbundabdichtung hingewiesen.

Eine Zertifizierung allein ist nicht für die Abdichtung von bodengleichen Duschen ausreichend. Eine amtliche Zulassung ist erforderlich. Hierbei müssen alle Kriterien zur Erteilung eines allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisses erfüllt sein (Abdichtungen im Verbund mit Fliesen- und Plattenbelägen, PG-AIV-F). Achten Sie daher auf ein bauaufsichtliches Prüfzeugnis.

Schallschutz

Die DIN 4109 bzw. die VDI-Richtlinie 4100 legt die Mindestanforderungen für den Schallschutz fest. Bodengleiche Duschen haben hierbei besondere Anforderungen, da sie direkt in den Fußboden verbaut werden.

Die erlaubte Lautstärke bei Funktionsgeräuschen darf demnach 30 dB nicht überschreiten. Für Trittschall gilt der Richtwert 53 dB.

  • Funktionsgeräusche: ≤ 30 dB
  • Trittschall: ≤ 53 dB

Fördermittel & Finanzierung

Barrierefreies Bauen

Prinzipiell können verschiedene Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen werden. Die jeweiligen Unterstützungen sind jedoch an unterschiedliche Voraussetzungen gebunden und außerdem abhängig vom persönlichen Anspruch auf Förderung.

Die Förderung der Realisierung eines barrierefreien Bads können durch unterschiedliche Institutionen erfolgen.

Förderkredite & Förderprogramme für barrierefreie Bäder und Duschen

  • Bundesländer
  • Wohn-Riester
  • KfW Förderprogramm
  • Kreditanstalt für Wiederaufbau
  • Pflegekassen
  • Rehabilitationsträger
  • Integrationsämter

Grundsätzlich ist es ratsam, sich bereits vor dem Neubau oder der Renovierung des barrierefreien Bades über Ansprüche und Fördermöglichkeiten zu informieren.

Die Förderstellen informieren Sie über genaue Vorgaben und Voraussetzungen zur finanziellen Unterstützung Ihres barrierefreien Bauvorhabens. Fragen Sie immer auch schon in der Planungsphase nach den exakten Voraussetzungen bei der Förderstelle nach, bei der Sie später Ihre Förderung beantragen wollen.

Checkliste für den Kauf einer barrierearmen oder barrierefreien Dusche

Berücksichtigen Sie bei Planung und Kauf ihrer Dusche folgende Aspekte.

  • Ausreichend große Fläche
    Zum Befahren mit dem Rollstuhl oder der Benutzung eines Duschstuhls benötigen Sie ausreichend Platz innerhalb der Dusche. Die DIN 18040-2 schreibt für Barrierefreiheit eine Mindestgröße der Grundfläche vor.
  • Einstieg in die Dusche
    Beachten Sie, dass Sie genügend Wendefläche außerhalb der Dusche haben. Am besten wählen Sie eine Walk-In Dusche ohne Tür oder achten Sie darauf genügend große Türen zu verbauen.
  • Druckfestigkeit der Bodenelemente
    Wählen Sie ein bodengleiches Duschelement mit mineralischer Beschichtung. Diese sind mit Spezialmörtel beschichtet und halten so dem punktuellen Druck von Roll- oder Duschstühlen besonders gut stand.
  • Acrylwannen
    Beim ebenerdigen Einbau von Acrylwannen wählen Sie die Anti-Rutsch-Beschichtung. Diese bietet Ihnen mehr Sicherheit.
  • Fördermittel
    Informieren Sie sich vor dem Umbau über die genauen Kritierien der avisierten Förderung.